Montag, 5. August 2013

Gastfreundlichkeit wird hier großgeschrieben! Eine Witzige Geschichte

 

Lustige Story... Nachdem wir unseren letzten Post veröffentlicht hatten wollten wir uns endlich einen Platz für die Heia suchen und wollten raus aus Queenstown, damit wir nicht entdeckt werden. Als wir jedoch losgefahren sind wurden wir nach 20 Sekunden von 3 Studenten angehalten. Sie fragten ob wir sie irgendwo hinfahren könnten und auf die Frage was los ist antworteten sie die ganze Zeit nur: Lee will die!!!" Wir waren etwas verwirrt und nachdem wir sie eingesackt hatten und losgefahren sind erklärten sie uns, dass Lee Diabetiker ist und da er so betrunken war und hingefallen ist konnte er sich nicht mehr daran erinnern, ob er schon sein Insulin genommen hat... Also saßen wir nun zu 6. auf 5 Sitzen und fuhren wild durch Queenstown. Allister und der Dritte (Wir haben seinen Namen vergessen) hatten zwar GPS Systeme, lotsten uns aber trotzdem mehrmals über dieselben Straßen, was alles in allem ziemlich verwirrend war. Vor Allem aber, da der Dritte und Allister gemütlich einen Burger aßen und Lee auf dem Beifahrersitz saß, sein Kopf aus dem Fenster hielt und ein kleines Déjà-vû mit seinem Mittagessen hatte. Glücklicherweise wurde Hector nicht großartig beschmutzt. Lee hat das gekonnt hinbekommen. Großes Lob an ihn!Daher nannten wir Lee nun the professional puker". Unser Ziel war letztendlich ein Hostel, in dem die Drei wohnten, da sie eigentlich aus Dunedin kommen und nur zum Ski fahren nach Queenstown gekommen sind. Als Lee dann endlich im Zimmer war und mit dem Dritten abcheckte, wie es mit dem Insulin aussieht, unterhielten wir uns mit Allister, welcher auch schon gut angeheitert war. Er bot uns an in dem Hostel zu duschen, was wir auch dankend annahmen, da wir für die letzten 7 Tage keine Dusche gesehen hatten... (Wir badeten immer nur in Seen und Flüssen). Zudem bot er uns an, dass wir, wenn wir nach Dunedin kommen, was wir auch machen werden, in seiner Studentenbude für ein paar Tage bleiben können. Wir sind gespannt was daraus wird... An diesem Abend sind wir also alle drei duschen gewesen, während Allister und der Dritte wieder in die Stadt sind, um noch ein bisschen zu feiern, da sie am nächsten Tag wieder nach Dunedin fahren mussten. Nachdem wir uns endlich wieder wie Menschen fühlten, haben wir uns auch nochmal entschieden in einen Club zu gehen, in dem wir vorher waren um nach einem Gig für mich zu fragen. Der Club war vielleicht 30 m² groß und lediglich eine kleine Bar unterhielt die 30 Besucher. Man darf es sich aber nicht wie eine normale Bar vorstellen, denn es gab keine Stühle und in einer Ecke war noch ein DJ, welcher uns düsteren Drum and Bass um die Ohren pfefferte! Alle tanzten wild und verrückt und die Duftstäbchen sorgten für das besondere etwas. Mit nichts in Deutschland zu vergleichen! Gegen 3.30am machten wir uns dann auf den Weg zum Auto und suchten uns einen Schlafplatz. Da es aber dunkel war und wir drei sehr müde waren, stellten wir uns einfach an den nächstgelegenen Straßenrand und wurden am Morgen NICHT von einem Ranger erwischt. Neiiiiin. Sagen wir, wir haben eine Spende an das hiesige Department of Conservation (vergleichbar mit einer Nationalparkwacht) getätigt. Eine sehr verrückte Nacht!!!
Nun ist es gut 2 Wochen her, seitdem wir Queenstown verlassen haben und uns in die Wildnis verzogen haben. 2 Tage lang sind wir Richtung Norden gefahren und haben atemberaubende Flussdeltas und süße kleine Dörfer entdeckt. Julius fing seinen zweiten Fisch (einen Lachs), den wir alle genüsslich verspeisten und ein Farmer ließ uns über Nacht auf seiner Farm parken und stellte uns seine Toilette zur Verfügung. Als wir dann in den Süden Richtung Pazifik gefahren sind, haben wir es fast geschafft mit unserem Auto liegen zu bleiben. Denn nachdem wir gestartet sind und gute 50 Kilometer gefahren sind stellten wir fest, dass wir unser Geschirr vergessen hatten. Also mussten wir den ganzen Weg nochmal zurück fahren und einfach hoffen, dass Hector bis zur nächsten Tankstelle durchhält!
Die letzten 20 Kilometer zitterten und schwitzten wir nur noch, denn die Tanknadel machte nicht den Anschein, als ob sie noch weiter sinken möchte...
Aber unser Hector hat uns nicht im Stich gelassen! Er hat es geschafft und uns so einige Schwierigkeiten erspart! Danke an dieser Stelle an Hector, wir lieben dich!
Nun gut, als wir dann nochmal für die nächste Woche einkaufen waren und den Tank wieder randvoll geknallt hatten düsten wir los. Unser grobes Ziel war Milford Sound (ein Fjord im Fjordland Nationalpark) und der Pazifik. Also fuhren wir wieder in die Wildnis, sahen unglaublich schöne Seen, Wälder, Berge, Hobbithügel und Landschaften und zum Schlafen verzogen wir uns auf kleine, unscheinbare Waldwege, wo wir unsere Ruhe hatten und nicht die Aufmerksamkeit eines Rangers weckten. (Auch wenn wir natürlich noch so gerne spenden" ;) )
Als wir endlich Milford Sound ansteuerten wussten wir nicht, was uns erwartet, außer dass es von allen Reiseführern für die einzigartige Natur gelobt wird. Schon auf dem Weg entdeckten wir riesige Wasserfälle, Warnungen, dass man die Papageien nicht füttern soll und der normale Wald verwandelte sich langsam in einen Regenwald. Wir fuhren durch den Homer Tunnel. Auf der anderen Seite des Berges hat es geregnet; es war neblig und eigentlich kein schönes Wetter für eine Sightseeingtour. Aber davon ließen wir uns nicht aufhalten und hielten an einem Lookout Point" und auf dem Parkplatz erwarteten uns schon 2 Papageien. Als wir dann ein Bisschen die Natur entdeckten, waren wir einfach nur begeistert! Alles war grün, obwohl es zurzeit Winter ist und nicht wärmer als 15°C und wir sahen Wassermassen, welche bizarre, beeindruckende Formen in den Steinen hinterließen. Aufgrund der Tatsache, dass das Wetter nicht mit sich reden ließ genossen wir die wenigen, aber imposanten Momente und machten uns wieder auf den Rückweg, denn es gibt nur eine Straße welche zu Milford Sound führt.
Nachdem wir in den nächsten Tagen dann endlich den Pazifik erreicht hatten, hielt es Max für eine großartige Idee kurzerhand die Hausnummer 1 an einer Metallstange an einer abgelegenen Straße umzufahren. (Sorry an den Hausbesitzer, bitte verzeih uns Hector) Nun widerfuhr uns etwas einzigartiges. Als wir früh aus dem Auto krabbelten und uns mal wieder Haferbrei machen wollten kam uns ein etwas älterer Mann entgegen. Weißer Bart, alter Wollpulli und Hund... Wir kamen ins Gespräch und er lud uns auf eine Tasse Tee ein. Nachdem wir unseren Haferbrei gegessen hatten machten wir uns auf den Weg nach Cosy Nook. Er empfing uns mit einer Tasse Tee und wir unterhielten uns den ganzen Tag bis spät in die Nacht hinein und nebenbei aßen wir mal wieder etwas schmackhaftes, tranken Wein und hatten ununterbrochene Unterhaltungen. Alles in allem ist Mark 59 Jahre alt, schreibt momentan ein Buch über eine Geschichte, welche ihm selber widerfuhr, hat ein Hund namens Tom, hat früher erfolgreich nach Gold gesucht, hatte schon viele Chics, lebt in einem Haus welches in einem Honda Werbespot zu sehen ist und hat für alles einen Rat parat! Das Haus hat lediglich ein Zimmer, einen kleinen Ofen und besteht größtenteils aus Brettern. Ein kleines gemütliches Fischerhäuschen eben!
So waren wir heute in einem kleinen Ruderboot auf dem Pazifik und Julius versuchte wieder zu angeln, leider nicht erfolgreich... Jetzt gibt es gleich Abendessen... Nudeln zur Abwechslung. Mark ist gerade gar nicht da, er hat uns wie selbstverständlich sein Haus überlassen. Das ist Vertrauen, welches sich in Deutschland vermissen lässt. Heute Abend fahren wie nach Tuatapere zu einer Open Mic Night, damit wir mal wieder unter die Leute kommen. ;)

Beste Grüße...
Julius, Max & Aaron!
 














 


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