Mittwoch, 16. Oktober 2013

Zehn Tage

Also fuhren wir vor nun gut 3 Wochen mit der Autofähre auf die Nordinsel. Ungefähr 3 Stunden mit Hector im unteren Teil des Schiffs durch eine einprägsame Landschaft, welche aus vielen kleinen Inseln bestand! Als wir dann in die Bucht von Wellington kamen, erschlug uns eine gläserne Glasfront von Hochhäusern und ein gigantisches Stadtbild! Als wir ankamen checkten wir erst einmal den riesigen Pak'n'Save Supermarkt aus und machten uns dann auch gleich auf die Suche nach einem Schlafplatz, da es schon Abend war! Als wir in einem Vorort einen Mann ansprachen, sagte er: „It's allright, you can camp over there, next to the sea...“ Also übernachteten wir dann alles in allem 4 Nächte an diesem Platz, direkt am Wasser mit einem beeindruckenden Lichtermeer als Ausblick! An den Tagen waren wir die Stadt erkunden, stöberten in sau coolen CD und Schallplatten Läden wo man so einige Schätze gefunden hat, waren in einem Programmkino und im Embassy, dem Kino wo 'Herr der Ringe' uraufgeführt wurde und tanzten mal wieder! Und zwar waren wir in einer Bar, wo wir in einem geschätzten 20 m² Raum zu groovigem Swing von den 'Wellington-City Shake'em on Downers' den Raum auf Temperaturen brachten! Danach schlenderten wir ein bisschen über die Partymeile in Wellington wo uns, egal ob 16 oder 36 alle Frauen in Miniröcken über den Weg liefen. Aber wir entschieden uns dafür den Abend bei Swing zu belassen und fuhren wieder Richtung Schlafplatz.
Nach 4 Stadttagen fuhren wir dann weiter Richtung Norden! Wir sahen unglaublich schöne Sonnenuntergänge, Film-Reife Strände und wandelten unseren Trip langsam in eine Art Sommerurlaub um. Da es hier am Tag mit prallster Sonne bestimmt um die 28°C sind gehen wir jetzt fast jeden Tag baden, wenn wir die Möglichkeit dazu haben! An manchen Stränden gestaltet sich es aber echt schwierig mit einem 'entspannten' Bad... Denn manchmal sind die Wellen bestimmt bis zu 4 Meter groß und man versucht dann einfach nur panisch seinen Kopf über Wasser zu halten. Aber nach der Welle ist es noch nicht vorbei, denn danach erlebt man eine so starke Strömung die einen raus in Meer zieht, dass man Ewigkeiten braucht um wieder rauszulaufen! Aber wir sind ja 3 große starke Kerle, also ' No Problemo'. :D
Nun ja, als wir dann eines Tages nach einer scheinbaren unendlich Langen Gravelroad mal kostenlos auf einer Wiese stehen durften mussten wir, um zum Strand zu kommen noch 2 Kilometer laufen. Aber als wir dann endlich das Meer sahen wussten wir auch woher der Rauch kommt, den wir schon lange vorher sahen und rochen! Denn da der ganze Strand übersät mit Treibholz war, waren ein paar Arbeiter dabei mit einem Bagger riesige Haufen zu bilden und diese dann zu verbrennen! Da wir so viel Holz zur Verfügung hatten, fingen wir nach einer ganz spontanen Idee an ein kleines Häuschen zu bauen! Wir zogen insgesamt 3 Wände hoch und nahmen uns für die nächste Nacht vor in dem selbstgebauten Häuschen am Meer zu schlafen! Also gingen wir am Nachmittag wieder zum Auto... Heidi kochte Kartoffeln und ich versuchte mit Tipps von Julius uns noch ein Fisch zu fangen! Nach ungefähr 4 Bissen und 45 Minuten gelang es mir dann zum ersten mal einen Fisch aus dem Wasser zu holen. Da dieser aber relativ klein war, schmissen wir ihn wieder zurück und Julius versuchte nun sein Glück und Tatsache, er bewies mal wieder sein Können und fing uns einen leckeren Fisch! Nach dem Essen schnappten wir uns die Schlafsäcke, alle Decken die wir hatten und mummelten uns schon vorher in schön warme Sachen ein! Als wir wieder am Strand waren sahen wir neben den großen Feuern auf der anderen Seite des Strands noch ein Feuer. Wir wollten natürlich wissen wer das ist und stellten fest, dass es eine Familie war, welche nur ein bisschen gefischt hat und welche ihr Essen im Feuer gemacht hatten! Wir kamen ins Gespräch und bekamen sogar jeder ein Bierchen ausgegeben!
Da die Familie dann aber aufgebrochen ist gingen wir nach einem richtig guten Bier wieder zu unserem Häuschen und machten unser eigenes Feuer. Wir spielten Karten und mummelten uns dann in unsere Schlafsäcke ein. Der Sand war nicht das bequemste muss man sagen, aber mit ein paar Decken war das dann doch echt okay! In der Nacht wurde es dann echt etwas frostig, weswegen ich das Feuer noch 2 mal anschmeißen musste! Aber mit einem warmen Feuer konnte man dann einen herrlichen Sternenhimmel mit Meeresrauschen im Hintergrund genießen. Das war echt fantastisch!
Nachdem wir dann wieder zum Auto sind, freuten wir uns doch fast tatsächlich wieder darauf in Hector zu knacken! :D
Wir reisten also die Ostküste entlang immer stets in Richtung Norden Und bevor wir nach Taupo sind, suchten wir uns noch einen Wanderweg an einem See. Wir fuhren wieder Ewigkeiten auf Gravelroads um zu unserem 6 Stunden Walk zu gelangen, aber es hatte sich echt gelohnt! Durch wunderschöne, tropisch angehauchte Wälder, an Seen vorbei mit einer Ruhe die man nur an wenigen Plätzen findet. Danach sind wir weiter nach Taupo, eine Stadt die wir auch noch auf unserer Reise mitnehmen wollten! Denn ein Teil des gleichnamigen Sees ist ein riesiger Vulkankrater und von Taupo aus kann man auch den Schicksalsberg aus Herr der Ringe sehen! Da dort noch so viel thermische Aktivitäten vorhanden sind gibt es dort auch einiges zu sehen. Zum Beispiel die 'Mud Pools', ein Schlammbecken was brodelt, da dort heiße Gase aufsteigen, einfach beeindruckend! Nachdem wir in Taupo auch ein bisschen die Stadt erkundet hatten fuhren wir wieder an den Pazifik. Wir klapperten wieder wundervolle einsame Strände ab und genossen unsere Freiheit! Vor einer Woche waren wir dann auf der Coromandel Halbinsel, was vom Breitengrad her vergleichbar mit Südspanien ist. Auf der Halbinsel haben wir uns mal wieder ein heißes Bad gegönnt! Am Hot Water Beach kann man sich nämlich einfach bei Ebbe ein Loch im Sand graben, wo dann 64°C heißes Wasser aufsteigt. Auch wenn man die Kuhlen nicht weiter als 30 Zentimeter tief graben konnte hat es gelangt um sich komplett reinzulegen und zu genießen. Bevor wir aber die Möglichkeit dazu hatten mussten wir noch 6 Stunden überbrücken, da zu dem Zeitpunkt als wir ankamen gerade Flut war. Wir nutzten die Zeit um uns die Cathedral Cove anzuschauen. Das war ein kleiner Wanderweg von 45 Minuten und führte vorbei an der Stingray Bay zu einem wunderschönen Strand mit einem riesigen ausgehöhltem Stein, also schon fast einer kleinen Höhle. Neben den Super Ausblicken die wir hatten war das mit beeindruckendste die Stachelrochen Bucht! Ohne den Hintergedanken das wir wirklich Rochen sehen, gingen wir zu dem Sandstrand und waren erstmal perplex von dem türkiesen Wasser und der einsamen Bucht. Als ich dann ins Wasser schaute bewegte sich was und ich ging näher ran um zu sehen was es ist und siehe da, es war tatsächlich ein Rochen! Mit Spannweiten zwischen 80 cm und einem Meter sahen wir vielleicht 20 Rochen, welche sich im Sand vergraben hatten oder ganz relaxed durchs Wasser flogen. Also haben wir jetzt zu Albatrossen, Seelöwen, Haien und Walen auch noch Rochen gesehen.
Auf Coromandel waren wir noch bei den dicksten Bäumen in Neuseeland und bei einem kleinen Wasserfall wo wir auch baden waren, da sich das Wasser unter dem Wasserfall in einem kleinen Becken angesammelt hat. Als wir dann in Thames waren um mal wieder einzukaufen, trafen wir wieder auf einen Deutschen. Er ist vor 2 Wochen erst in Neuseeland angekommen, hat sich in Auckland einen Van gekauft und will nun auch umher reisen. Da er aber kein Ziel oder irgendeine Route im Kopf hatte folgte er uns einfach für einen Tag Richtung Auckland. Wir suchten uns eine Wiese, wo wir campten und hatten mit Patrick einen echt witzigen Abend und er spendierte uns sogar 3 Dosen Bier! Am nächsten Tag gingen wir dann getrennte Wege... Denn wir machten uns weiter auf in Richtung Metropole Auckland um Zettel für Hector auszuhängen, da er demnächst ja seinen Besitzer wechseln soll. Also fuhren wir per Autobahn (die erste wirkliche Autobahn) und tausenden anderen in Richtung City Centre. Der Stadtverkehr ist hier echt ziemlich stressig und vor allem das Parkplatz suchen wird einem hier nicht leicht gemacht. Wenn man nach einer ewigen Suche dann endlich mal einen gefunden hat stellt man mit Entsetzen fest, dass die ein Parkticket für eine halbe Stunde umgerechnet 2 Euro verlangen! Aber es ist halt eine Großstadt... Wir sind hauptsächlich wegen Hector erst mal hier. Deswegen druckten wir 20 Anzeigen aus und verteilten sie bei einer 2 Stunden Rallye in 14 Hostels und einem Internetcafé und stellten sie Online. Am Abend waren wir einfach nur Knülle, suchten uns deswegen mehr oder weniger schnell einen Schlafplatz. Bevor wir jedoch einen gefunden hatten erhielten wir schon die erste SMS, die ersten Interessenten für Hector. Wir riefen sie gleich an, aber komischerweise waren die Interessenten auf der Südinsel und hofften vielleicht, dass wir in nächster Zeit bei ihnen in der Nähe sind... Also fielen die schon mal raus. :D
Am nächsten Tag schauten wir uns Auckland ein bisschen an, gingen diesmal in einen 3D Film und stöberten wieder in CD Läden. Da es aber überall so laut und stressig war und es für uns mit dem Schlafplatz sowieso nicht einfach in Auckland ist, fuhren wir am Abend wieder raus Richtung Norden. Wir schliefen am Muriwai Beach, denn am nächsten Tag wollten wir einen 2 stündigen Surfkurs ausprobieren. Nach einer windigen und regnerischen Nacht machten wir uns dann am Morgen auf zu der Surfschule. Wir bekamen einen Neoprenanzug, ein Surfboard, mussten ein paar Trockenübungen machen und dann gings ab ins Wasser. Das erste Neue war das Gefühl eines Neoprenanzugs im Wasser... Denn man friert überhaupt nicht und man hat das Gefühl als hätte man Superkräfte, so fuchsig wie man da drin aussieht! ;) Aber gut... wir hatten also jetzt ca. 60 Minuten Zeit um uns im Wasser auszuprobieren und man kann echt sagen dass wir zum Schluss den Dreh langsam raus hatten! Denn ab und zu gelang es uns auf einer Welle stehend zu surfen, was echt einen riesen Spaß gemacht hat! Als wir dann fertig waren, waren wir echt erschöpft, denn mit der Strömung und dem Halten auf dem Surfboard hat man echt zu tun! Nachdem wir dann wieder beim Auto waren fingen wir an Hector ein bisschen sauber zu machen, denn wir hatten 2 neue Interessenten, mit denen wir uns in einer Stunde gleich treffen! Wir packten all unser Zeug zusammen und machten sauber so weit es ging! Unsere nächste Aufgabe war es einen Staubsauger ausfindig zu machen. Also fragten wir Anwohner des kleinen Dörfchens und siehe da, der erste stellte uns gleich mal seinen Nono zu Verfügung! Hector sieht jetzt wieder richtig sauber aus und ist endlich bereit um den Interessenten präsentiert zu werden!
Hoffen wir dass wir wieder mal Glück haben und Hector an einen netten Nachbesitzer verkaufen können! Wünscht uns Glück!







 













Montag, 23. September 2013

Arbeiten, Tanzen und Mummeln

Wir hatten also Arbeit gefunden und konnten in dem kleinen Haus auf dem Weinberg leben. Wir hatten nun eine Dusche, zwei Klos, eine süße Küche, zwei Matratzen, Heizung, Schreibtisch; eben ein kleines Haus auf dem Weinfeld. In diesem Haus haben wir ungefähr eine Woche gelebt, vielleicht sogar ein paar Tage mehr. Bis Mittwoch unserer zweiten Arbeitswoche hatte Tim auf dem Weinfeld Arbeit für uns. Danach sollten wir zum Chef in die Winery fahren (also da, wo der Wein dann hergestellt wird) und dort noch 2 Tage arbeiten. Wir waren also schon ziemlich gespannt, denn nachdem wir genug Brennholz für bestimmt 100 Generationen weggetragen hatten, waren wir ziemlich erschöpft. Ein cooler Nebeneffekt war natürlich auch, dass wir wieder wie Männer aussahen. ;) Gut, in unseren kühnsten Träumen malten wir uns also aus, wie wir in die Winery kommen und der Chef uns ein bisschen Arbeit gibt und uns am Abend ein wunderschönes Haus zur Verfügung stellt, in dem wir Leben können. (Tim hatte uns erzählt dass das Weingut ziemlich edel sei) Am besten wäre es wenn es eine riesengroße Villa ist, so ein kleines Traumhaus! Aber ehrlich, wieso sollte die Winery eine Villa haben? Am Donnerstag Morgen schickte uns Tim wie verabredet nach einer kurzen Wegbeschreibung los zum 40 Km entfernten Weingut. Der Weg führte uns durch ein so wunderbares Tal, geflutet von der aufgehenden Sonne. In der Mitte des Tals floss ein breiter, sehr ruhiger und spiegelglatter Fluss. Wir fuhren also die kurvige Straße bis zu Duncan, dem Chef der Weinfirma Mount Edward. Wir hielten auf einem Parkplatz vor der Winery und sahen schon von außen, dass sie wohl ziemlich schön aussieht von innen. Uns wurde gesagt, dass Duncan ein Bisschen abgedreht war, so ein richtig lustiger Typ. Er war zur Zeit der Einzige, der in der Vinery arbeitet, da ja keine Trauben reif waren und nicht allzu viel zu tun war. Duncan hatte 7 Verwarnungen wegen Lärmbelästigung erhalten, direkt in den Hauptsitz der Weinfirma. Wir fragten uns wie er das angestellt hatte. Zumindest hörten wir beim reingehen relativ laute, basslastige, ziemlich coole Musik. So richtige Musik, die Spaß macht beim Arbeiten. Als wir die Tür öffneten und eintraten, trauten wir unseren Augen nicht. Das hat uns richtig umgehauen, was wir da gesehen haben!
Eine von Licht geflutete Villa mit Glasfront und Kamin und Ledersesseln und Couchs und Edelstahlküche und tausend Weinflaschen mit verschiedenstem Wein und Kunstwerken und eine riesen Anlage mit riesen Subwoofer und eigentlich alles was man so braucht, oder eben gar nicht wirklich braucht!
Tagsüber haben wir so Sachen gemacht wie den kleinen repräsentativen Weinhang neben der repräsentativen Villa der Winery gemäht (Aaron und ich) und Max durfte ein bisschen im Schlamm rumwühlen und ein verstopftes Rohr freilegen. Das hat vielleicht gestunken :D

Nun, nachdem wir diese Arbeit erledigt hatten hat uns Duncan Ale raus gebracht (so etwas wie Bier) und wir waren damit gegen 16 Uhr fertig. Beiläufig erwähnte er, dass wir doch gerne in dieser Villa wohnen könnten und auch gerne sämtliches selbst geschossenes Fleisch aus seiner Gefrierkühltruhe essen könnten. Auf meine Frage ob wir auch ein bisschen Wein naschen könnten, meinte er „just drink as much as you want man, knock yourself out“. Unglaublich wenn man bedenkt, dass eine Weinflasche dieser Firma um die 40 bis 70 $ kostet! Also hatten wir einen wunderbaren Abend. Wunderbar laute, saucoole Musik, Wein, das beste Essen seit langem, Wein, einen netten Nachbar, der meinte wir sollen mal die Musik leiser machen, weil er in seinem Haus nicht mitfeiern möchte, Wein, ein paar Skype Gespräche weil wir sogar die ganzen Büro PCs nutzen konnten und auch das Wlan Passwort hatten und natürlich guten Schlaf vor dem Kamin! Den nächsten Tag haben wir noch ein bisschen Kleinkram erledigt und halt hier und da geholfen, Fenster geputzt. Nichts zu Krasses. Der zweite Abend verlief dann ungefähr genauso wie der oben beschriebene erste Abend in der Villa. Wir sind Mount Edward wirklich unglaublich dankbar für all das! Und nebenbei kann man noch sagen, dass dies die besten Weine waren, die ich je getrunken habe! Also kurz und knapp kann man sagen ist das wohl das, was man als Backpacker am allerwenigsten erwarten kann wenn man mit Toast und Nudeln im Gepäck durchs Land düst. Unglaublich abgefahren war das!
 Nachdem wir uns von Duncan verabschiedet, hatten fuhren wir wieder in Richtung Wanaka, einem kleinen Ort, wo wir schon vor einem Monat mal waren, der außerdem in der Mitte eines sauguten Skigebiets lag. Aaron wollte unbedingt Ski fahren. Er ist noch nie Ski gefahren und wollte später sagen können „Das erste mal Ski gefahren bin ich in Neuseeland!“. Da Max auch noch nie Ski gefahren war und auch nicht wirklich Lust hatte, ich aber schon seid ungefähr 12 Jahren Ski fahre und wirklich weiß wie hammer das ist ließ ich mich nach tausendmaligem Umentscheiden dazu überreden mit Aaron Ski fahren zu gehen. So ganz billig war es auch nicht :D ..und mein Meniskus hat mich auch ein bisschen überlegen lassen. So hab ich einfach mal gehofft das nichts passiert. Wir haben also Skizeug ausgeliehen und sind am nächsten Morgen ganz früh auf den Treble Cone gefahren. Ein Berg von dem man eine so wahnsinnig schöne Aussicht genießen konnte, dass man sagen könnte, die meisten Leute die sich dort über den Haufen fahren waren abgelenkt von der wunderschönen Aussicht. Denn die war wirklich der Hammer!
Wir beiden sind also losgedüst, während Max sich an einen superschönen See in die Sonne legte und seinen Popo bräunte. ;)
Der Anfang von uns beiden war wirklich super witzig. Aaron war vollkommen überfordert mit dem Skifahren und hat unglaublich viele Gesichtsbremsen hingelegt. BAM BAM BAM!
Doch wie zu erwarten bei einem so sportlichen Kerl, hat Aaron seine Skier tatsächlich immer besser in den Griff bekommen und konnte am Ende wirklich relativ schnell und sicher den Hang runter düsen, sodass es noch mehr Spaß gemacht hat! Ich bin natürlich die ganze zeit super graziös den Hang runter gerast und habe wie immer alles unter Kontrolle gehabt. Nur einmal wurde ich ziemlich heftig „von dem schönen Ausblick abgelenkt“ :D
Aaron wurde also immer besser und irgendwann war er auch ziemlich geschafft, da seine Oberschenkel Ski fahren nicht gewohnt waren und er sich außerdem bei seiner ersten Gesichtsbremse ziemlich hart seinen Unterschenkel verletzt hatte. Man soll es ja auch nicht übertreiben. Ich nahm also noch zwei Abfahrten mit den letzten Sonnenstrahlen und dann wackelten wir zum Parkplatz zurück, wo Heidi mittlerweile ganz braungebrannt vom See zurückgekehrt auf uns wartete.
Wir gaben unser Ski Equipment zurück und machten uns auf dem Weg zu der von allen so wild angepriesenen West Coast. Dort sollte es wirklich sehr wild sein, also ganz raue Natur, baden unmöglich wegen der hohen Wellen und das Wetter kann sich stündlich ändern. Wir fuhren also die West Coast entlang und sahen einen Gletscher, Urwald, klarste Bergflüsse, klarste Bergflüsse im Urwald, das tasmanische Meer mit seinen so hohen Wellen und Sonnenuntergängen.
Nach der West Coast fuhren wir wieder ins Landesinnere. Hoch zur Golden Bay und zur Tasman Bay. Die ersten Tage war das Wetter erstmals ziemlich doof, aber das war kein Problem, denn Hector bot uns ja ein hervorragendes Wohnzimmer. Wir verbrachten also erstmals einen Tag nahezu im Auto, da es wirklich den ganzen Tag regnete und regnete und regnete! Alles war nass und der Boden war ganz aufgeweicht! Zum Glück war das nur einen Tag so. Die nächsten Tage waren wir weiterhin ziemlich faul. Diese Tage erklärten wir zu unserer Mummelwoche, denn nach so langer Zeit auf Roadtrip ist's auch kein Problem bei durchschnittlichem Wetter mal gar nichts zu machen. Wir gingen öfter am Strand spazieren, hatten viel Zeit zum Nachdenken, zum kreativ sein und zum Musik hören.
Dann endlich schien wieder die Sonne, und zwar richtig! Wir düsten also in ein kleines Dörfchen mit dem schönen Namen Marahau. Dort mieteten wir uns für einen Tag Kajaks und konnten mit denen auf dem Ozean herum paddeln. Das war echt spitze, weil man so zu den ganzen kleinen, vollkommen unbewohnten, wilden Inseln paddeln konnte, die ungefähr so waren wie man es sich in einem Film vorstellt. Goldener Sand, Palmen, wilde Bäume und wilde Felsen. Leider ging dann wieder ein bisschen die Sonne weg und teilweise nieselte es sogar. Das war wirklich schade! Aber gelohnt hat es sich auf alle Fälle!
Nach dem Paddeln sind wir fast fertig gewesen mit der gesamten Südinsel. Wir nahmen uns also vor in den nächsten Tagen irgendwann auf die Nordinsel überzusetzen. Wir fuhren also ganz hoch in den Norden der Südinsel, bestellten uns Tickets für die Fähre und verbrachten noch zwei Tage mit faulenzen am Meer. Und ich mit ganz viel nachdenken.
Dann fuhren wir nach Picton auf die große Fähre und verließen die Südinsel. Mal sehen was wir auf der Nordinseln erleben werden. Wir sind sehr gespannt!



















Mittwoch, 28. August 2013

Die Work im "Work & Travel"



... um gleich an den alten Post anzuknüpfen: (ja, es ging einfach Schlag auf Schlag)

unser neuer Freund Mark nahm uns also mit zur "Open Mic Night" in der "Last Light Lodge" in Tuatapere. Dort ging es vor Allem darum für möglichst gute Unterhaltung durch eigene musikalische Beiträge zu sorgen. Es standen dort in dieser gemülichen Café-Bar Instrumente und ein Mikrofon bereit, an denen sich jedermann probieren konnte. Als wir hinzustießen waren wir überrascht, dass nur 2 Tische besetzt waren... es war eben nur eine kleine Stadt... oder sogar eher ein Dorf. Kurz nach unserer Ankunft griff sich ein junger Mann eine Gitarre und holte eine ebenfalls junge Frau mit ans Mikrofon. Sie sangen ein Duett, welches wirklich unter die Haut ging. Der Abend verlief ruhig, sehr entspannt im familiären Umfeld dieser Bar. So kamen wir auch mit den vorher gennanten Sängern ins Gespräch und erfuhren ihre Namen: Kristy und Jesse, ein junges Paar aus Tuatapere. Aaron erwähnte beläufig, dass wir großes Interesse an Arbeit haben. Wie es der Zufall so wollte, bot Kristy uns an, in ihrem Garten das Unkraut zu entfernen und ihn generell ein wenig in Schuss zu bringen. Wir nahmen dieses Angebot natürlich dankend an. Wir quatschten den ganzen Abend lang, bekamen ein Paar Getränke ausgegeben, bis wir irgendwann auf die Uhr schauten und feststellen durften, dass es schon Viertel nach 4 Uhr morgens war und wir lange die letzten verbliebenen Gäste waren. Wie schnell die Zeit vergeht, wenn man neue Leute kennenlernt.
Nun kreuzten wir also am Montag nachdem wir uns von Mark verabschiedet hatten bei ihnen auf und buddelten ein wenig in ihren Beten rum. Nach getaner Arbeit wurden wir mit einem köstlichen Abendessen überwältigt: eine Art Gulasch... welch Gaumenschmaus! Doch damit nicht genug. Auch hier zeigte sich die enorme neuseeländische Gastfreundschaft und die Beiden boten uns an noch über Nacht zu bleiben. Den Abend genossen wir dann nocheinmal die wundervolle Stimme von Jesse, der ein wahrer Künstler an seiner Gitarre ist. Er zeigte uns sogar ein paar eigens komponierte Lieder! Sie sind echt wunderschön. So schön, dass man sie fast in einem Film verwenden könnte ;). Ein klasse Abend.

Am darauffolgenden Tag entschlossen wir uns wieder auf Roadtrip zu gehen, nachdem wir nun knapp eine Woche bei Mark und Kristy & Jesse genächtigt hatten.
Unser Weg führte uns ganz in den Süden; durch Invercargill durch... entlang der Südküste von Neuseeland. Dort zeigte sich die Natur wieder einmal von ihrer schönsten Seite: wunderbare Strände, atemberaubende Wellen, die an riesigen Klippen mit einem Donnern brachen und der Catlins-Nationalpark mit seinem typischen Urwald. Wir machten Halt an einigen Wasserfällen, die tief im Dickicht des Waldes lagen, aber auch am Slope Point, den südlichsten Punkt Neuseelands. So weit weg von allen Daheimgebliebenen waren wir noch nie!
Etwas weiter nördlich fuhren wir mal wieder auf einer kleinen Schotterstraße durch den Urwald. Unser Ziel war zunächst der Waipori Wasserfall. Als dieser auf einem Schild ausgeschildert wurde, auf dem es hieß "Waipori Falls 20 min walk", waren wir optimistisch. Doch als wir dann den Wanderweg ansteuerten, wurde uns schnell bewusst, dass diese 20 Minuten für uns utopisch sein würden: Nahezu der gesamte Weg war bedeckt von umgestürzten Bäumen und Ästen. Wahrscheinlich waren das Überbleibsel des letzten Sturms. Jeder normale Wanderer wäre an dieser Stelle wohl umgekehrt, doch wir tapferen jungen Kerle haben uns natürlich versucht durchzukämpfen. Nach nun etwa einer Stunde waren wir dann doch angekommen. Der Wasserfall war dafür umso schöner. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt!
Als wir weiterfuhren, führte uns der Verlauf der Straße eine enorme Steigung hoch. An dieser Stelle bitten wir wieder Hector um Verzeihung: Oben angekommen, qualmte er aus dem Motorraum; das war wohl doch etwas zu viel für ihn.

Jetzt wird sich zeigen, wer ein aufmerksamer Leser unseres Blogs ist:

Wir erzählten euch doch von Alistair Wong (ja, er wird doch so geschrieben, wir korrigieren das an dieser Stelle) und seinen beiden Kumpanen in Queenstown... Da wir nun kurz vor Dunedin waren, riefen wir ihn kurzerhand an und machten uns aus, dass wir uns in den nächsten Tagen treffen. In Dunedin angekommen erkundeten wir kurz die doch recht große Stadt und stellten jedoch wieder einmal ernüchternd fest, dass wir hier eigentlich schnell wieder weg wollen; zurück in die Natur. Wir entschlossen uns jedoch doch ein paar Tage zu bleiben, da es hier auch prächtige Tiere zu beobachten gab: laut Karte und Ausschreibungen konnte man in der Umgebung von Dunedin Pinguine, Albatrosse und Seelöwen in freier Wildbahn bewundern. Jedoch wurde uns nur die Gesellschaft von den letzteren beiden Arten zuteil. Zunächst sahen wir die riesigen Umrisse von den Albatrossen über uns kreisen. Am nächsten Tag besuchten wir die Sandfly Bay, wo wir etwa 10 große, wilde Seelöwen aus nächster Nähe besuchen konnten... wobei das Wort "wild" hier einen Trugschluss mit sich zieht: Das Leben dieser Seelöwen besteht lediglich aus 3 Dingen: Fressen, Schwimmen und Rumlümmeln. Also insgesamt ein sehr relaxtes Leben. Diese beidene Begegnungen waren jedoch beide einfach wunderbar und wahrscheinlich auch leider einzigartig.
Das macht sie aber denke ich noch besonderer.
Nun entschlossen wir uns endlich in Richtung von Alistairs Studentenbude zu fahren. Auf dem Weg machten wir noch kurz in der Dunedin Libary Halt. Da wir armen Backpacker natürlich an jedem Ende sparen müssen stellten wir uns statt auf einen normalen gebührenpflichtigen Parkplatz auf den eines Supermarktes. Das "maximale Parkzeit 90 Minuten"-Schild übersahen wir mit einem lächeln.
Nunja. Den Rest kann man sich bestimmt denken. Großzügig wie wir sind, spendeten wir nun also auch NZ$ 45 an die Parkbehörde. Wir sind so lieb.

Jetzt aber auf zu Alistair! Dort angekommen, standen etwa 10 Studenten vor seiner WG. Als wir reingingen, hingen da noch etwa 6 weitere rum. Alistair empfing uns mit offenen Armen und so verbrachten wir den restlichen Abend mit ihm und seinen Freunden. Er stellte uns sogar netterweise seinen Herd zur Verfügung, in dem wir uns dann mal wieder Ofenkaroffeln gönnten. Wir drei kamen alle überein, dass wir uns schon auf unser Studentenleben freuen. Die Lebensweise dieser Studenten ist einfach total locker und lebensfroh. Witzig war nur: Sobald sich alle Nicht-Bewohner der WG verzogen hatten, packten alle 6 Bewohner ihre Laptops aus und waren in Facebook. Ein lustiger Anblick: 6 Personen, jeweils mit Laptop, an einem Tisch. Nunja, das ist wohl so heute.

Am nächsten Tag setzten wir unsere Reise fort und machten uns auf den Weg in Richtung Westcoast. Nach ein paar entspannten idyllischen Nächten kehrten wir nach Cromwell zurück, der Ort an dem Julius vor knapp einem Monat seinen ersten Fisch fing. Da wir nun den Kreis im Süden irgendwie geschlossen hatten, erkundigten wir uns nun ENDLICH mal nach richtiger Arbeit. Und ja er verfolgt uns irgendwie wirklich: Wie es der Zufall so wollte, hatten wir gleich beim ersten Anlauf Glück. Kaum die Tür hinter uns geschlossen, sagte die Dame in der Jobvermittlung "I got a job for you guys"... und der war wirklich nahezu perfekt für uns: Wir alle drei arbeiteten zusammen für eine Winzergenossenschaft, die ein Feld mit Kirschbäumen gefällt hat und jetzt 3 junge Burschen suchte um das ganze Holz aufzusammeln und fein säuberlich zu stapeln. Wir drei arbeiteten zusammen mit dem 76-jährigen Michael , konnten quatschen, Musik hören, bekamen alle das selbe Gehalt und verdienten echt ordentlich. Wir konnten uns nun sogar mal wieder richtig körperlich ertüchtigen, nachdem unsere Muskeln und unsere Kondition nach einem Monat Autofahrt nahezu auf dem Nullpunkt waren. Das tat richtg gut. Zwischenzeitlich bot uns Tim, der Chef des Weinfeldes sogar an im Pausenraum zu übernachten. Es gab 2 große Matratzen, eine Dusche und einen Ofen: was wollen wir mehr?