Also fuhren wir vor nun gut 3 Wochen
mit der Autofähre auf die Nordinsel. Ungefähr 3 Stunden mit Hector
im unteren Teil des Schiffs durch eine einprägsame Landschaft,
welche aus vielen kleinen Inseln bestand! Als wir dann in die Bucht
von Wellington kamen, erschlug uns eine gläserne Glasfront von
Hochhäusern und ein gigantisches Stadtbild! Als wir ankamen checkten
wir erst einmal den riesigen Pak'n'Save Supermarkt aus und machten
uns dann auch gleich auf die Suche nach einem Schlafplatz, da es
schon Abend war! Als wir in einem Vorort einen Mann ansprachen, sagte
er: „It's allright, you can camp over there, next to the sea...“
Also übernachteten wir dann alles in allem 4 Nächte an diesem
Platz, direkt am Wasser mit einem beeindruckenden Lichtermeer als
Ausblick! An den Tagen waren wir die Stadt erkunden, stöberten in
sau coolen CD und Schallplatten Läden wo man so einige Schätze
gefunden hat, waren in einem Programmkino und im Embassy, dem Kino wo
'Herr der Ringe' uraufgeführt wurde und tanzten mal wieder! Und zwar
waren wir in einer Bar, wo wir in einem geschätzten 20 m² Raum zu
groovigem Swing von den 'Wellington-City Shake'em on Downers' den
Raum auf Temperaturen brachten! Danach schlenderten wir ein bisschen
über die Partymeile in Wellington wo uns, egal ob 16 oder 36 alle
Frauen in Miniröcken über den Weg liefen. Aber wir entschieden uns
dafür den Abend bei Swing zu belassen und fuhren wieder Richtung
Schlafplatz.
Nach 4 Stadttagen fuhren wir dann
weiter Richtung Norden! Wir sahen unglaublich schöne
Sonnenuntergänge, Film-Reife Strände und wandelten unseren Trip
langsam in eine Art Sommerurlaub um. Da es hier am Tag mit prallster
Sonne bestimmt um die 28°C sind gehen wir jetzt fast jeden Tag
baden, wenn wir die Möglichkeit dazu haben! An manchen Stränden
gestaltet sich es aber echt schwierig mit einem 'entspannten' Bad...
Denn manchmal sind die Wellen bestimmt bis zu 4 Meter groß und man
versucht dann einfach nur panisch seinen Kopf über Wasser zu halten.
Aber nach der Welle ist es noch nicht vorbei, denn danach erlebt man
eine so starke Strömung die einen raus in Meer zieht, dass man
Ewigkeiten braucht um wieder rauszulaufen! Aber wir sind ja 3 große
starke Kerle, also ' No Problemo'. :D
Nun ja, als wir dann eines Tages nach
einer scheinbaren unendlich Langen Gravelroad mal kostenlos auf einer
Wiese stehen durften mussten wir, um zum Strand zu kommen noch 2
Kilometer laufen. Aber als wir dann endlich das Meer sahen wussten
wir auch woher der Rauch kommt, den wir schon lange vorher sahen und
rochen! Denn da der ganze Strand übersät mit Treibholz war, waren
ein paar Arbeiter dabei mit einem Bagger riesige Haufen zu bilden und
diese dann zu verbrennen! Da wir so viel Holz zur Verfügung hatten,
fingen wir nach einer ganz spontanen Idee an ein kleines Häuschen zu
bauen! Wir zogen insgesamt 3 Wände hoch und nahmen uns für die
nächste Nacht vor in dem selbstgebauten Häuschen am Meer zu
schlafen! Also gingen wir am Nachmittag wieder zum Auto... Heidi
kochte Kartoffeln und ich versuchte mit Tipps von Julius uns noch ein
Fisch zu fangen! Nach ungefähr 4 Bissen und 45 Minuten gelang es mir
dann zum ersten mal einen Fisch aus dem Wasser zu holen. Da dieser
aber relativ klein war, schmissen wir ihn wieder zurück und Julius
versuchte nun sein Glück und Tatsache, er bewies mal wieder sein
Können und fing uns einen leckeren Fisch! Nach dem Essen schnappten
wir uns die Schlafsäcke, alle Decken die wir hatten und mummelten
uns schon vorher in schön warme Sachen ein! Als wir wieder am Strand
waren sahen wir neben den großen Feuern auf der anderen Seite des
Strands noch ein Feuer. Wir wollten natürlich wissen wer das ist und
stellten fest, dass es eine Familie war, welche nur ein bisschen
gefischt hat und welche ihr Essen im Feuer gemacht hatten! Wir kamen
ins Gespräch und bekamen sogar jeder ein Bierchen ausgegeben!
Da die Familie dann aber aufgebrochen
ist gingen wir nach einem richtig guten Bier wieder zu unserem
Häuschen und machten unser eigenes Feuer. Wir spielten Karten und
mummelten uns dann in unsere Schlafsäcke ein. Der Sand war nicht das
bequemste muss man sagen, aber mit ein paar Decken war das dann doch
echt okay! In der Nacht wurde es dann echt etwas frostig, weswegen
ich das Feuer noch 2 mal anschmeißen musste! Aber mit einem warmen
Feuer konnte man dann einen herrlichen Sternenhimmel mit
Meeresrauschen im Hintergrund genießen. Das war echt fantastisch!
Nachdem wir dann wieder zum Auto sind,
freuten wir uns doch fast tatsächlich wieder darauf in Hector zu
knacken! :D
Wir reisten also die Ostküste entlang
immer stets in Richtung Norden Und bevor wir nach Taupo sind, suchten
wir uns noch einen Wanderweg an einem See. Wir fuhren wieder
Ewigkeiten auf Gravelroads um zu unserem 6 Stunden Walk zu gelangen,
aber es hatte sich echt gelohnt! Durch wunderschöne, tropisch
angehauchte Wälder, an Seen vorbei mit einer Ruhe die man nur an
wenigen Plätzen findet. Danach sind wir weiter nach Taupo, eine
Stadt die wir auch noch auf unserer Reise mitnehmen wollten! Denn ein
Teil des gleichnamigen Sees ist ein riesiger Vulkankrater und von
Taupo aus kann man auch den Schicksalsberg aus Herr der Ringe sehen!
Da dort noch so viel thermische Aktivitäten vorhanden sind gibt es
dort auch einiges zu sehen. Zum Beispiel die 'Mud Pools', ein
Schlammbecken was brodelt, da dort heiße Gase aufsteigen, einfach
beeindruckend! Nachdem wir in Taupo auch ein bisschen die Stadt
erkundet hatten fuhren wir wieder an den Pazifik. Wir klapperten
wieder wundervolle einsame Strände ab und genossen unsere Freiheit!
Vor einer Woche waren wir dann auf der Coromandel Halbinsel, was vom
Breitengrad her vergleichbar mit Südspanien ist. Auf der Halbinsel
haben wir uns mal wieder ein heißes Bad gegönnt! Am Hot Water Beach
kann man sich nämlich einfach bei Ebbe ein Loch im Sand graben, wo
dann 64°C heißes Wasser aufsteigt. Auch wenn man die Kuhlen nicht
weiter als 30 Zentimeter tief graben konnte hat es gelangt um sich
komplett reinzulegen und zu genießen. Bevor wir aber die Möglichkeit
dazu hatten mussten wir noch 6 Stunden überbrücken, da zu dem
Zeitpunkt als wir ankamen gerade Flut war. Wir nutzten die Zeit um
uns die Cathedral Cove anzuschauen. Das war ein kleiner Wanderweg von
45 Minuten und führte vorbei an der Stingray Bay zu einem
wunderschönen Strand mit einem riesigen ausgehöhltem Stein, also
schon fast einer kleinen Höhle. Neben den Super Ausblicken die wir
hatten war das mit beeindruckendste die Stachelrochen Bucht! Ohne den
Hintergedanken das wir wirklich Rochen sehen, gingen wir zu dem
Sandstrand und waren erstmal perplex von dem türkiesen Wasser und
der einsamen Bucht. Als ich dann ins Wasser schaute bewegte sich was
und ich ging näher ran um zu sehen was es ist und siehe da, es war
tatsächlich ein Rochen! Mit Spannweiten zwischen 80 cm und einem
Meter sahen wir vielleicht 20 Rochen, welche sich im Sand vergraben
hatten oder ganz relaxed durchs Wasser flogen. Also haben wir jetzt
zu Albatrossen, Seelöwen, Haien und Walen auch noch Rochen gesehen.
Auf Coromandel waren wir noch bei den
dicksten Bäumen in Neuseeland und bei einem kleinen Wasserfall wo
wir auch baden waren, da sich das Wasser unter dem Wasserfall in
einem kleinen Becken angesammelt hat. Als wir dann in Thames waren um
mal wieder einzukaufen, trafen wir wieder auf einen Deutschen. Er ist
vor 2 Wochen erst in Neuseeland angekommen, hat sich in Auckland
einen Van gekauft und will nun auch umher reisen. Da er aber kein
Ziel oder irgendeine Route im Kopf hatte folgte er uns einfach für
einen Tag Richtung Auckland. Wir suchten uns eine Wiese, wo wir
campten und hatten mit Patrick einen echt witzigen Abend und er
spendierte uns sogar 3 Dosen Bier! Am nächsten Tag gingen wir dann
getrennte Wege... Denn wir machten uns weiter auf in Richtung
Metropole Auckland um Zettel für Hector auszuhängen, da er
demnächst ja seinen Besitzer wechseln soll. Also fuhren wir per
Autobahn (die erste wirkliche Autobahn) und tausenden anderen in
Richtung City Centre. Der Stadtverkehr ist hier echt ziemlich
stressig und vor allem das Parkplatz suchen wird einem hier nicht
leicht gemacht. Wenn man nach einer ewigen Suche dann endlich mal
einen gefunden hat stellt man mit Entsetzen fest, dass die ein
Parkticket für eine halbe Stunde umgerechnet 2 Euro verlangen! Aber
es ist halt eine Großstadt... Wir sind hauptsächlich wegen Hector
erst mal hier. Deswegen druckten wir 20 Anzeigen aus und verteilten
sie bei einer 2 Stunden Rallye in 14 Hostels und einem Internetcafé
und stellten sie Online. Am Abend waren wir einfach nur Knülle,
suchten uns deswegen mehr oder weniger schnell einen Schlafplatz.
Bevor wir jedoch einen gefunden hatten erhielten wir schon die erste
SMS, die ersten Interessenten für Hector. Wir riefen sie gleich an,
aber komischerweise waren die Interessenten auf der Südinsel und
hofften vielleicht, dass wir in nächster Zeit bei ihnen in der Nähe
sind... Also fielen die schon mal raus. :D
Am nächsten Tag schauten wir uns
Auckland ein bisschen an, gingen diesmal in einen 3D Film und
stöberten wieder in CD Läden. Da es aber überall so laut und
stressig war und es für uns mit dem Schlafplatz sowieso nicht
einfach in Auckland ist, fuhren wir am Abend wieder raus Richtung
Norden. Wir schliefen am Muriwai Beach, denn am nächsten Tag wollten
wir einen 2 stündigen Surfkurs ausprobieren. Nach einer windigen und
regnerischen Nacht machten wir uns dann am Morgen auf zu der
Surfschule. Wir bekamen einen Neoprenanzug, ein Surfboard, mussten
ein paar Trockenübungen machen und dann gings ab ins Wasser. Das
erste Neue war das Gefühl eines Neoprenanzugs im Wasser... Denn man
friert überhaupt nicht und man hat das Gefühl als hätte man
Superkräfte, so fuchsig wie man da drin aussieht! ;) Aber gut... wir
hatten also jetzt ca. 60 Minuten Zeit um uns im Wasser auszuprobieren
und man kann echt sagen dass wir zum Schluss den Dreh langsam raus
hatten! Denn ab und zu gelang es uns auf einer Welle stehend zu
surfen, was echt einen riesen Spaß gemacht hat! Als wir dann fertig
waren, waren wir echt erschöpft, denn mit der Strömung und dem
Halten auf dem Surfboard hat man echt zu tun! Nachdem wir dann wieder
beim Auto waren fingen wir an Hector ein bisschen sauber zu machen,
denn wir hatten 2 neue Interessenten, mit denen wir uns in einer
Stunde gleich treffen! Wir packten all unser Zeug zusammen und
machten sauber so weit es ging! Unsere nächste Aufgabe war es einen
Staubsauger ausfindig zu machen. Also fragten wir Anwohner des
kleinen Dörfchens und siehe da, der erste stellte uns gleich mal
seinen Nono zu Verfügung! Hector sieht jetzt wieder richtig sauber
aus und ist endlich bereit um den Interessenten präsentiert zu
werden!
Hoffen wir dass wir wieder mal Glück
haben und Hector an einen netten Nachbesitzer verkaufen können!
Wünscht uns Glück!