Mittwoch, 16. Oktober 2013

Zehn Tage

Also fuhren wir vor nun gut 3 Wochen mit der Autofähre auf die Nordinsel. Ungefähr 3 Stunden mit Hector im unteren Teil des Schiffs durch eine einprägsame Landschaft, welche aus vielen kleinen Inseln bestand! Als wir dann in die Bucht von Wellington kamen, erschlug uns eine gläserne Glasfront von Hochhäusern und ein gigantisches Stadtbild! Als wir ankamen checkten wir erst einmal den riesigen Pak'n'Save Supermarkt aus und machten uns dann auch gleich auf die Suche nach einem Schlafplatz, da es schon Abend war! Als wir in einem Vorort einen Mann ansprachen, sagte er: „It's allright, you can camp over there, next to the sea...“ Also übernachteten wir dann alles in allem 4 Nächte an diesem Platz, direkt am Wasser mit einem beeindruckenden Lichtermeer als Ausblick! An den Tagen waren wir die Stadt erkunden, stöberten in sau coolen CD und Schallplatten Läden wo man so einige Schätze gefunden hat, waren in einem Programmkino und im Embassy, dem Kino wo 'Herr der Ringe' uraufgeführt wurde und tanzten mal wieder! Und zwar waren wir in einer Bar, wo wir in einem geschätzten 20 m² Raum zu groovigem Swing von den 'Wellington-City Shake'em on Downers' den Raum auf Temperaturen brachten! Danach schlenderten wir ein bisschen über die Partymeile in Wellington wo uns, egal ob 16 oder 36 alle Frauen in Miniröcken über den Weg liefen. Aber wir entschieden uns dafür den Abend bei Swing zu belassen und fuhren wieder Richtung Schlafplatz.
Nach 4 Stadttagen fuhren wir dann weiter Richtung Norden! Wir sahen unglaublich schöne Sonnenuntergänge, Film-Reife Strände und wandelten unseren Trip langsam in eine Art Sommerurlaub um. Da es hier am Tag mit prallster Sonne bestimmt um die 28°C sind gehen wir jetzt fast jeden Tag baden, wenn wir die Möglichkeit dazu haben! An manchen Stränden gestaltet sich es aber echt schwierig mit einem 'entspannten' Bad... Denn manchmal sind die Wellen bestimmt bis zu 4 Meter groß und man versucht dann einfach nur panisch seinen Kopf über Wasser zu halten. Aber nach der Welle ist es noch nicht vorbei, denn danach erlebt man eine so starke Strömung die einen raus in Meer zieht, dass man Ewigkeiten braucht um wieder rauszulaufen! Aber wir sind ja 3 große starke Kerle, also ' No Problemo'. :D
Nun ja, als wir dann eines Tages nach einer scheinbaren unendlich Langen Gravelroad mal kostenlos auf einer Wiese stehen durften mussten wir, um zum Strand zu kommen noch 2 Kilometer laufen. Aber als wir dann endlich das Meer sahen wussten wir auch woher der Rauch kommt, den wir schon lange vorher sahen und rochen! Denn da der ganze Strand übersät mit Treibholz war, waren ein paar Arbeiter dabei mit einem Bagger riesige Haufen zu bilden und diese dann zu verbrennen! Da wir so viel Holz zur Verfügung hatten, fingen wir nach einer ganz spontanen Idee an ein kleines Häuschen zu bauen! Wir zogen insgesamt 3 Wände hoch und nahmen uns für die nächste Nacht vor in dem selbstgebauten Häuschen am Meer zu schlafen! Also gingen wir am Nachmittag wieder zum Auto... Heidi kochte Kartoffeln und ich versuchte mit Tipps von Julius uns noch ein Fisch zu fangen! Nach ungefähr 4 Bissen und 45 Minuten gelang es mir dann zum ersten mal einen Fisch aus dem Wasser zu holen. Da dieser aber relativ klein war, schmissen wir ihn wieder zurück und Julius versuchte nun sein Glück und Tatsache, er bewies mal wieder sein Können und fing uns einen leckeren Fisch! Nach dem Essen schnappten wir uns die Schlafsäcke, alle Decken die wir hatten und mummelten uns schon vorher in schön warme Sachen ein! Als wir wieder am Strand waren sahen wir neben den großen Feuern auf der anderen Seite des Strands noch ein Feuer. Wir wollten natürlich wissen wer das ist und stellten fest, dass es eine Familie war, welche nur ein bisschen gefischt hat und welche ihr Essen im Feuer gemacht hatten! Wir kamen ins Gespräch und bekamen sogar jeder ein Bierchen ausgegeben!
Da die Familie dann aber aufgebrochen ist gingen wir nach einem richtig guten Bier wieder zu unserem Häuschen und machten unser eigenes Feuer. Wir spielten Karten und mummelten uns dann in unsere Schlafsäcke ein. Der Sand war nicht das bequemste muss man sagen, aber mit ein paar Decken war das dann doch echt okay! In der Nacht wurde es dann echt etwas frostig, weswegen ich das Feuer noch 2 mal anschmeißen musste! Aber mit einem warmen Feuer konnte man dann einen herrlichen Sternenhimmel mit Meeresrauschen im Hintergrund genießen. Das war echt fantastisch!
Nachdem wir dann wieder zum Auto sind, freuten wir uns doch fast tatsächlich wieder darauf in Hector zu knacken! :D
Wir reisten also die Ostküste entlang immer stets in Richtung Norden Und bevor wir nach Taupo sind, suchten wir uns noch einen Wanderweg an einem See. Wir fuhren wieder Ewigkeiten auf Gravelroads um zu unserem 6 Stunden Walk zu gelangen, aber es hatte sich echt gelohnt! Durch wunderschöne, tropisch angehauchte Wälder, an Seen vorbei mit einer Ruhe die man nur an wenigen Plätzen findet. Danach sind wir weiter nach Taupo, eine Stadt die wir auch noch auf unserer Reise mitnehmen wollten! Denn ein Teil des gleichnamigen Sees ist ein riesiger Vulkankrater und von Taupo aus kann man auch den Schicksalsberg aus Herr der Ringe sehen! Da dort noch so viel thermische Aktivitäten vorhanden sind gibt es dort auch einiges zu sehen. Zum Beispiel die 'Mud Pools', ein Schlammbecken was brodelt, da dort heiße Gase aufsteigen, einfach beeindruckend! Nachdem wir in Taupo auch ein bisschen die Stadt erkundet hatten fuhren wir wieder an den Pazifik. Wir klapperten wieder wundervolle einsame Strände ab und genossen unsere Freiheit! Vor einer Woche waren wir dann auf der Coromandel Halbinsel, was vom Breitengrad her vergleichbar mit Südspanien ist. Auf der Halbinsel haben wir uns mal wieder ein heißes Bad gegönnt! Am Hot Water Beach kann man sich nämlich einfach bei Ebbe ein Loch im Sand graben, wo dann 64°C heißes Wasser aufsteigt. Auch wenn man die Kuhlen nicht weiter als 30 Zentimeter tief graben konnte hat es gelangt um sich komplett reinzulegen und zu genießen. Bevor wir aber die Möglichkeit dazu hatten mussten wir noch 6 Stunden überbrücken, da zu dem Zeitpunkt als wir ankamen gerade Flut war. Wir nutzten die Zeit um uns die Cathedral Cove anzuschauen. Das war ein kleiner Wanderweg von 45 Minuten und führte vorbei an der Stingray Bay zu einem wunderschönen Strand mit einem riesigen ausgehöhltem Stein, also schon fast einer kleinen Höhle. Neben den Super Ausblicken die wir hatten war das mit beeindruckendste die Stachelrochen Bucht! Ohne den Hintergedanken das wir wirklich Rochen sehen, gingen wir zu dem Sandstrand und waren erstmal perplex von dem türkiesen Wasser und der einsamen Bucht. Als ich dann ins Wasser schaute bewegte sich was und ich ging näher ran um zu sehen was es ist und siehe da, es war tatsächlich ein Rochen! Mit Spannweiten zwischen 80 cm und einem Meter sahen wir vielleicht 20 Rochen, welche sich im Sand vergraben hatten oder ganz relaxed durchs Wasser flogen. Also haben wir jetzt zu Albatrossen, Seelöwen, Haien und Walen auch noch Rochen gesehen.
Auf Coromandel waren wir noch bei den dicksten Bäumen in Neuseeland und bei einem kleinen Wasserfall wo wir auch baden waren, da sich das Wasser unter dem Wasserfall in einem kleinen Becken angesammelt hat. Als wir dann in Thames waren um mal wieder einzukaufen, trafen wir wieder auf einen Deutschen. Er ist vor 2 Wochen erst in Neuseeland angekommen, hat sich in Auckland einen Van gekauft und will nun auch umher reisen. Da er aber kein Ziel oder irgendeine Route im Kopf hatte folgte er uns einfach für einen Tag Richtung Auckland. Wir suchten uns eine Wiese, wo wir campten und hatten mit Patrick einen echt witzigen Abend und er spendierte uns sogar 3 Dosen Bier! Am nächsten Tag gingen wir dann getrennte Wege... Denn wir machten uns weiter auf in Richtung Metropole Auckland um Zettel für Hector auszuhängen, da er demnächst ja seinen Besitzer wechseln soll. Also fuhren wir per Autobahn (die erste wirkliche Autobahn) und tausenden anderen in Richtung City Centre. Der Stadtverkehr ist hier echt ziemlich stressig und vor allem das Parkplatz suchen wird einem hier nicht leicht gemacht. Wenn man nach einer ewigen Suche dann endlich mal einen gefunden hat stellt man mit Entsetzen fest, dass die ein Parkticket für eine halbe Stunde umgerechnet 2 Euro verlangen! Aber es ist halt eine Großstadt... Wir sind hauptsächlich wegen Hector erst mal hier. Deswegen druckten wir 20 Anzeigen aus und verteilten sie bei einer 2 Stunden Rallye in 14 Hostels und einem Internetcafé und stellten sie Online. Am Abend waren wir einfach nur Knülle, suchten uns deswegen mehr oder weniger schnell einen Schlafplatz. Bevor wir jedoch einen gefunden hatten erhielten wir schon die erste SMS, die ersten Interessenten für Hector. Wir riefen sie gleich an, aber komischerweise waren die Interessenten auf der Südinsel und hofften vielleicht, dass wir in nächster Zeit bei ihnen in der Nähe sind... Also fielen die schon mal raus. :D
Am nächsten Tag schauten wir uns Auckland ein bisschen an, gingen diesmal in einen 3D Film und stöberten wieder in CD Läden. Da es aber überall so laut und stressig war und es für uns mit dem Schlafplatz sowieso nicht einfach in Auckland ist, fuhren wir am Abend wieder raus Richtung Norden. Wir schliefen am Muriwai Beach, denn am nächsten Tag wollten wir einen 2 stündigen Surfkurs ausprobieren. Nach einer windigen und regnerischen Nacht machten wir uns dann am Morgen auf zu der Surfschule. Wir bekamen einen Neoprenanzug, ein Surfboard, mussten ein paar Trockenübungen machen und dann gings ab ins Wasser. Das erste Neue war das Gefühl eines Neoprenanzugs im Wasser... Denn man friert überhaupt nicht und man hat das Gefühl als hätte man Superkräfte, so fuchsig wie man da drin aussieht! ;) Aber gut... wir hatten also jetzt ca. 60 Minuten Zeit um uns im Wasser auszuprobieren und man kann echt sagen dass wir zum Schluss den Dreh langsam raus hatten! Denn ab und zu gelang es uns auf einer Welle stehend zu surfen, was echt einen riesen Spaß gemacht hat! Als wir dann fertig waren, waren wir echt erschöpft, denn mit der Strömung und dem Halten auf dem Surfboard hat man echt zu tun! Nachdem wir dann wieder beim Auto waren fingen wir an Hector ein bisschen sauber zu machen, denn wir hatten 2 neue Interessenten, mit denen wir uns in einer Stunde gleich treffen! Wir packten all unser Zeug zusammen und machten sauber so weit es ging! Unsere nächste Aufgabe war es einen Staubsauger ausfindig zu machen. Also fragten wir Anwohner des kleinen Dörfchens und siehe da, der erste stellte uns gleich mal seinen Nono zu Verfügung! Hector sieht jetzt wieder richtig sauber aus und ist endlich bereit um den Interessenten präsentiert zu werden!
Hoffen wir dass wir wieder mal Glück haben und Hector an einen netten Nachbesitzer verkaufen können! Wünscht uns Glück!