Mittwoch, 28. August 2013

Die Work im "Work & Travel"



... um gleich an den alten Post anzuknüpfen: (ja, es ging einfach Schlag auf Schlag)

unser neuer Freund Mark nahm uns also mit zur "Open Mic Night" in der "Last Light Lodge" in Tuatapere. Dort ging es vor Allem darum für möglichst gute Unterhaltung durch eigene musikalische Beiträge zu sorgen. Es standen dort in dieser gemülichen Café-Bar Instrumente und ein Mikrofon bereit, an denen sich jedermann probieren konnte. Als wir hinzustießen waren wir überrascht, dass nur 2 Tische besetzt waren... es war eben nur eine kleine Stadt... oder sogar eher ein Dorf. Kurz nach unserer Ankunft griff sich ein junger Mann eine Gitarre und holte eine ebenfalls junge Frau mit ans Mikrofon. Sie sangen ein Duett, welches wirklich unter die Haut ging. Der Abend verlief ruhig, sehr entspannt im familiären Umfeld dieser Bar. So kamen wir auch mit den vorher gennanten Sängern ins Gespräch und erfuhren ihre Namen: Kristy und Jesse, ein junges Paar aus Tuatapere. Aaron erwähnte beläufig, dass wir großes Interesse an Arbeit haben. Wie es der Zufall so wollte, bot Kristy uns an, in ihrem Garten das Unkraut zu entfernen und ihn generell ein wenig in Schuss zu bringen. Wir nahmen dieses Angebot natürlich dankend an. Wir quatschten den ganzen Abend lang, bekamen ein Paar Getränke ausgegeben, bis wir irgendwann auf die Uhr schauten und feststellen durften, dass es schon Viertel nach 4 Uhr morgens war und wir lange die letzten verbliebenen Gäste waren. Wie schnell die Zeit vergeht, wenn man neue Leute kennenlernt.
Nun kreuzten wir also am Montag nachdem wir uns von Mark verabschiedet hatten bei ihnen auf und buddelten ein wenig in ihren Beten rum. Nach getaner Arbeit wurden wir mit einem köstlichen Abendessen überwältigt: eine Art Gulasch... welch Gaumenschmaus! Doch damit nicht genug. Auch hier zeigte sich die enorme neuseeländische Gastfreundschaft und die Beiden boten uns an noch über Nacht zu bleiben. Den Abend genossen wir dann nocheinmal die wundervolle Stimme von Jesse, der ein wahrer Künstler an seiner Gitarre ist. Er zeigte uns sogar ein paar eigens komponierte Lieder! Sie sind echt wunderschön. So schön, dass man sie fast in einem Film verwenden könnte ;). Ein klasse Abend.

Am darauffolgenden Tag entschlossen wir uns wieder auf Roadtrip zu gehen, nachdem wir nun knapp eine Woche bei Mark und Kristy & Jesse genächtigt hatten.
Unser Weg führte uns ganz in den Süden; durch Invercargill durch... entlang der Südküste von Neuseeland. Dort zeigte sich die Natur wieder einmal von ihrer schönsten Seite: wunderbare Strände, atemberaubende Wellen, die an riesigen Klippen mit einem Donnern brachen und der Catlins-Nationalpark mit seinem typischen Urwald. Wir machten Halt an einigen Wasserfällen, die tief im Dickicht des Waldes lagen, aber auch am Slope Point, den südlichsten Punkt Neuseelands. So weit weg von allen Daheimgebliebenen waren wir noch nie!
Etwas weiter nördlich fuhren wir mal wieder auf einer kleinen Schotterstraße durch den Urwald. Unser Ziel war zunächst der Waipori Wasserfall. Als dieser auf einem Schild ausgeschildert wurde, auf dem es hieß "Waipori Falls 20 min walk", waren wir optimistisch. Doch als wir dann den Wanderweg ansteuerten, wurde uns schnell bewusst, dass diese 20 Minuten für uns utopisch sein würden: Nahezu der gesamte Weg war bedeckt von umgestürzten Bäumen und Ästen. Wahrscheinlich waren das Überbleibsel des letzten Sturms. Jeder normale Wanderer wäre an dieser Stelle wohl umgekehrt, doch wir tapferen jungen Kerle haben uns natürlich versucht durchzukämpfen. Nach nun etwa einer Stunde waren wir dann doch angekommen. Der Wasserfall war dafür umso schöner. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt!
Als wir weiterfuhren, führte uns der Verlauf der Straße eine enorme Steigung hoch. An dieser Stelle bitten wir wieder Hector um Verzeihung: Oben angekommen, qualmte er aus dem Motorraum; das war wohl doch etwas zu viel für ihn.

Jetzt wird sich zeigen, wer ein aufmerksamer Leser unseres Blogs ist:

Wir erzählten euch doch von Alistair Wong (ja, er wird doch so geschrieben, wir korrigieren das an dieser Stelle) und seinen beiden Kumpanen in Queenstown... Da wir nun kurz vor Dunedin waren, riefen wir ihn kurzerhand an und machten uns aus, dass wir uns in den nächsten Tagen treffen. In Dunedin angekommen erkundeten wir kurz die doch recht große Stadt und stellten jedoch wieder einmal ernüchternd fest, dass wir hier eigentlich schnell wieder weg wollen; zurück in die Natur. Wir entschlossen uns jedoch doch ein paar Tage zu bleiben, da es hier auch prächtige Tiere zu beobachten gab: laut Karte und Ausschreibungen konnte man in der Umgebung von Dunedin Pinguine, Albatrosse und Seelöwen in freier Wildbahn bewundern. Jedoch wurde uns nur die Gesellschaft von den letzteren beiden Arten zuteil. Zunächst sahen wir die riesigen Umrisse von den Albatrossen über uns kreisen. Am nächsten Tag besuchten wir die Sandfly Bay, wo wir etwa 10 große, wilde Seelöwen aus nächster Nähe besuchen konnten... wobei das Wort "wild" hier einen Trugschluss mit sich zieht: Das Leben dieser Seelöwen besteht lediglich aus 3 Dingen: Fressen, Schwimmen und Rumlümmeln. Also insgesamt ein sehr relaxtes Leben. Diese beidene Begegnungen waren jedoch beide einfach wunderbar und wahrscheinlich auch leider einzigartig.
Das macht sie aber denke ich noch besonderer.
Nun entschlossen wir uns endlich in Richtung von Alistairs Studentenbude zu fahren. Auf dem Weg machten wir noch kurz in der Dunedin Libary Halt. Da wir armen Backpacker natürlich an jedem Ende sparen müssen stellten wir uns statt auf einen normalen gebührenpflichtigen Parkplatz auf den eines Supermarktes. Das "maximale Parkzeit 90 Minuten"-Schild übersahen wir mit einem lächeln.
Nunja. Den Rest kann man sich bestimmt denken. Großzügig wie wir sind, spendeten wir nun also auch NZ$ 45 an die Parkbehörde. Wir sind so lieb.

Jetzt aber auf zu Alistair! Dort angekommen, standen etwa 10 Studenten vor seiner WG. Als wir reingingen, hingen da noch etwa 6 weitere rum. Alistair empfing uns mit offenen Armen und so verbrachten wir den restlichen Abend mit ihm und seinen Freunden. Er stellte uns sogar netterweise seinen Herd zur Verfügung, in dem wir uns dann mal wieder Ofenkaroffeln gönnten. Wir drei kamen alle überein, dass wir uns schon auf unser Studentenleben freuen. Die Lebensweise dieser Studenten ist einfach total locker und lebensfroh. Witzig war nur: Sobald sich alle Nicht-Bewohner der WG verzogen hatten, packten alle 6 Bewohner ihre Laptops aus und waren in Facebook. Ein lustiger Anblick: 6 Personen, jeweils mit Laptop, an einem Tisch. Nunja, das ist wohl so heute.

Am nächsten Tag setzten wir unsere Reise fort und machten uns auf den Weg in Richtung Westcoast. Nach ein paar entspannten idyllischen Nächten kehrten wir nach Cromwell zurück, der Ort an dem Julius vor knapp einem Monat seinen ersten Fisch fing. Da wir nun den Kreis im Süden irgendwie geschlossen hatten, erkundigten wir uns nun ENDLICH mal nach richtiger Arbeit. Und ja er verfolgt uns irgendwie wirklich: Wie es der Zufall so wollte, hatten wir gleich beim ersten Anlauf Glück. Kaum die Tür hinter uns geschlossen, sagte die Dame in der Jobvermittlung "I got a job for you guys"... und der war wirklich nahezu perfekt für uns: Wir alle drei arbeiteten zusammen für eine Winzergenossenschaft, die ein Feld mit Kirschbäumen gefällt hat und jetzt 3 junge Burschen suchte um das ganze Holz aufzusammeln und fein säuberlich zu stapeln. Wir drei arbeiteten zusammen mit dem 76-jährigen Michael , konnten quatschen, Musik hören, bekamen alle das selbe Gehalt und verdienten echt ordentlich. Wir konnten uns nun sogar mal wieder richtig körperlich ertüchtigen, nachdem unsere Muskeln und unsere Kondition nach einem Monat Autofahrt nahezu auf dem Nullpunkt waren. Das tat richtg gut. Zwischenzeitlich bot uns Tim, der Chef des Weinfeldes sogar an im Pausenraum zu übernachten. Es gab 2 große Matratzen, eine Dusche und einen Ofen: was wollen wir mehr? 


Montag, 5. August 2013

Gastfreundlichkeit wird hier großgeschrieben! Eine Witzige Geschichte

 

Lustige Story... Nachdem wir unseren letzten Post veröffentlicht hatten wollten wir uns endlich einen Platz für die Heia suchen und wollten raus aus Queenstown, damit wir nicht entdeckt werden. Als wir jedoch losgefahren sind wurden wir nach 20 Sekunden von 3 Studenten angehalten. Sie fragten ob wir sie irgendwo hinfahren könnten und auf die Frage was los ist antworteten sie die ganze Zeit nur: Lee will die!!!" Wir waren etwas verwirrt und nachdem wir sie eingesackt hatten und losgefahren sind erklärten sie uns, dass Lee Diabetiker ist und da er so betrunken war und hingefallen ist konnte er sich nicht mehr daran erinnern, ob er schon sein Insulin genommen hat... Also saßen wir nun zu 6. auf 5 Sitzen und fuhren wild durch Queenstown. Allister und der Dritte (Wir haben seinen Namen vergessen) hatten zwar GPS Systeme, lotsten uns aber trotzdem mehrmals über dieselben Straßen, was alles in allem ziemlich verwirrend war. Vor Allem aber, da der Dritte und Allister gemütlich einen Burger aßen und Lee auf dem Beifahrersitz saß, sein Kopf aus dem Fenster hielt und ein kleines Déjà-vû mit seinem Mittagessen hatte. Glücklicherweise wurde Hector nicht großartig beschmutzt. Lee hat das gekonnt hinbekommen. Großes Lob an ihn!Daher nannten wir Lee nun the professional puker". Unser Ziel war letztendlich ein Hostel, in dem die Drei wohnten, da sie eigentlich aus Dunedin kommen und nur zum Ski fahren nach Queenstown gekommen sind. Als Lee dann endlich im Zimmer war und mit dem Dritten abcheckte, wie es mit dem Insulin aussieht, unterhielten wir uns mit Allister, welcher auch schon gut angeheitert war. Er bot uns an in dem Hostel zu duschen, was wir auch dankend annahmen, da wir für die letzten 7 Tage keine Dusche gesehen hatten... (Wir badeten immer nur in Seen und Flüssen). Zudem bot er uns an, dass wir, wenn wir nach Dunedin kommen, was wir auch machen werden, in seiner Studentenbude für ein paar Tage bleiben können. Wir sind gespannt was daraus wird... An diesem Abend sind wir also alle drei duschen gewesen, während Allister und der Dritte wieder in die Stadt sind, um noch ein bisschen zu feiern, da sie am nächsten Tag wieder nach Dunedin fahren mussten. Nachdem wir uns endlich wieder wie Menschen fühlten, haben wir uns auch nochmal entschieden in einen Club zu gehen, in dem wir vorher waren um nach einem Gig für mich zu fragen. Der Club war vielleicht 30 m² groß und lediglich eine kleine Bar unterhielt die 30 Besucher. Man darf es sich aber nicht wie eine normale Bar vorstellen, denn es gab keine Stühle und in einer Ecke war noch ein DJ, welcher uns düsteren Drum and Bass um die Ohren pfefferte! Alle tanzten wild und verrückt und die Duftstäbchen sorgten für das besondere etwas. Mit nichts in Deutschland zu vergleichen! Gegen 3.30am machten wir uns dann auf den Weg zum Auto und suchten uns einen Schlafplatz. Da es aber dunkel war und wir drei sehr müde waren, stellten wir uns einfach an den nächstgelegenen Straßenrand und wurden am Morgen NICHT von einem Ranger erwischt. Neiiiiin. Sagen wir, wir haben eine Spende an das hiesige Department of Conservation (vergleichbar mit einer Nationalparkwacht) getätigt. Eine sehr verrückte Nacht!!!
Nun ist es gut 2 Wochen her, seitdem wir Queenstown verlassen haben und uns in die Wildnis verzogen haben. 2 Tage lang sind wir Richtung Norden gefahren und haben atemberaubende Flussdeltas und süße kleine Dörfer entdeckt. Julius fing seinen zweiten Fisch (einen Lachs), den wir alle genüsslich verspeisten und ein Farmer ließ uns über Nacht auf seiner Farm parken und stellte uns seine Toilette zur Verfügung. Als wir dann in den Süden Richtung Pazifik gefahren sind, haben wir es fast geschafft mit unserem Auto liegen zu bleiben. Denn nachdem wir gestartet sind und gute 50 Kilometer gefahren sind stellten wir fest, dass wir unser Geschirr vergessen hatten. Also mussten wir den ganzen Weg nochmal zurück fahren und einfach hoffen, dass Hector bis zur nächsten Tankstelle durchhält!
Die letzten 20 Kilometer zitterten und schwitzten wir nur noch, denn die Tanknadel machte nicht den Anschein, als ob sie noch weiter sinken möchte...
Aber unser Hector hat uns nicht im Stich gelassen! Er hat es geschafft und uns so einige Schwierigkeiten erspart! Danke an dieser Stelle an Hector, wir lieben dich!
Nun gut, als wir dann nochmal für die nächste Woche einkaufen waren und den Tank wieder randvoll geknallt hatten düsten wir los. Unser grobes Ziel war Milford Sound (ein Fjord im Fjordland Nationalpark) und der Pazifik. Also fuhren wir wieder in die Wildnis, sahen unglaublich schöne Seen, Wälder, Berge, Hobbithügel und Landschaften und zum Schlafen verzogen wir uns auf kleine, unscheinbare Waldwege, wo wir unsere Ruhe hatten und nicht die Aufmerksamkeit eines Rangers weckten. (Auch wenn wir natürlich noch so gerne spenden" ;) )
Als wir endlich Milford Sound ansteuerten wussten wir nicht, was uns erwartet, außer dass es von allen Reiseführern für die einzigartige Natur gelobt wird. Schon auf dem Weg entdeckten wir riesige Wasserfälle, Warnungen, dass man die Papageien nicht füttern soll und der normale Wald verwandelte sich langsam in einen Regenwald. Wir fuhren durch den Homer Tunnel. Auf der anderen Seite des Berges hat es geregnet; es war neblig und eigentlich kein schönes Wetter für eine Sightseeingtour. Aber davon ließen wir uns nicht aufhalten und hielten an einem Lookout Point" und auf dem Parkplatz erwarteten uns schon 2 Papageien. Als wir dann ein Bisschen die Natur entdeckten, waren wir einfach nur begeistert! Alles war grün, obwohl es zurzeit Winter ist und nicht wärmer als 15°C und wir sahen Wassermassen, welche bizarre, beeindruckende Formen in den Steinen hinterließen. Aufgrund der Tatsache, dass das Wetter nicht mit sich reden ließ genossen wir die wenigen, aber imposanten Momente und machten uns wieder auf den Rückweg, denn es gibt nur eine Straße welche zu Milford Sound führt.
Nachdem wir in den nächsten Tagen dann endlich den Pazifik erreicht hatten, hielt es Max für eine großartige Idee kurzerhand die Hausnummer 1 an einer Metallstange an einer abgelegenen Straße umzufahren. (Sorry an den Hausbesitzer, bitte verzeih uns Hector) Nun widerfuhr uns etwas einzigartiges. Als wir früh aus dem Auto krabbelten und uns mal wieder Haferbrei machen wollten kam uns ein etwas älterer Mann entgegen. Weißer Bart, alter Wollpulli und Hund... Wir kamen ins Gespräch und er lud uns auf eine Tasse Tee ein. Nachdem wir unseren Haferbrei gegessen hatten machten wir uns auf den Weg nach Cosy Nook. Er empfing uns mit einer Tasse Tee und wir unterhielten uns den ganzen Tag bis spät in die Nacht hinein und nebenbei aßen wir mal wieder etwas schmackhaftes, tranken Wein und hatten ununterbrochene Unterhaltungen. Alles in allem ist Mark 59 Jahre alt, schreibt momentan ein Buch über eine Geschichte, welche ihm selber widerfuhr, hat ein Hund namens Tom, hat früher erfolgreich nach Gold gesucht, hatte schon viele Chics, lebt in einem Haus welches in einem Honda Werbespot zu sehen ist und hat für alles einen Rat parat! Das Haus hat lediglich ein Zimmer, einen kleinen Ofen und besteht größtenteils aus Brettern. Ein kleines gemütliches Fischerhäuschen eben!
So waren wir heute in einem kleinen Ruderboot auf dem Pazifik und Julius versuchte wieder zu angeln, leider nicht erfolgreich... Jetzt gibt es gleich Abendessen... Nudeln zur Abwechslung. Mark ist gerade gar nicht da, er hat uns wie selbstverständlich sein Haus überlassen. Das ist Vertrauen, welches sich in Deutschland vermissen lässt. Heute Abend fahren wie nach Tuatapere zu einer Open Mic Night, damit wir mal wieder unter die Leute kommen. ;)

Beste Grüße...
Julius, Max & Aaron!